Wasser bis zum Hals – für uns lebenswichtig, wir wollen es begrüßen – wollen keinen Strick am Hals und nicht nur Wasser an den Füßen.

Liebe Freunde und Unterstützer der Aquapädagogik,

meine bisherigen Erfahrungen in unterschiedlichen Lebensbereichen zeigen mir schon lange, dass das wirkliche Leben Höhen und Tiefen bereit hält, denen man sich zu stellen hat – wo man jeweils lernen muss, damit möglichst erfolgreich umzugehen. Rückblickend meine ich, die bisherigen Herausforderungen ordentlich gemeistert zu haben. Das meinen vor allem auch diejenigen, die mich mit einer gewissen Distanz einschätzen können – was mich besonders freut.
Doch jetzt, in der Coronazeit, ist alles anders!
Ich fühle mich inzwischen ohnmächtig, machtlos, missachtet, geringgeschätzt. Bin deprimiert, kann oftmals nicht richtig schlafen und habe Existenzängste. Frage mich sogar in stillen Momenten, ob ich noch der bin, der als „Macher“ in der Zeitung stand, der sich in der Schule und auch privat für andere einsetzte, der in den frühen Achtzigern Hilfstransporte ins vom Kriegsrecht gebeutelte Polen organisierte, der im Deutschen Schwimmverband gegen den erbitterten Widerstand der oberen Funktionäre das Recht der Mädchen zum Wasserballspiel erkämpfte, der sich in unserem Land seit nunmehr 20 Jahren an führender Stelle  (wiederum gegen den vermeintlichen Alleinvertretungsanspruch der großen Schwimmverbände) für eine inhaltliche Reform der Schwimmausbildung für Kinder im Vorschulalter einsetzt und der gleichzeitig sein Ausbildungskonzept sogar weltweit bekannt gemacht hat.
Schau ich in den Spiegel, sehe ich zum Glück immer noch in das bekannte Gesicht – ein großer Trost. Das Glück meint es offenbar weiterhin gut mit mir – aber wie lange noch?
Verfolge ich die Nachrichten, weiß ich, dass es mir trotz Corona richtig gut geht. Ich bin gesund und habe vieles mehr. Und ich freue mich aktuell darüber, feststellen zu können, dass ich immer noch nicht gelernt habe, Situationen zu akzeptieren, in denen ich mich ohnmächtig, machtlos, missachtet fühle. Das weckt in mir Widerstand, rebellische Ideen, Streitlust gegenüber denen, die im Moment über das Schicksal unserer Schwimmschulen zu entscheiden haben, es aber nicht tun. Die als staatliche Bürokraten Entscheidungen endlos in ihrem Hirarchiegefüge rauf und runter delegieren, immer in der Hoffnung, dass ihnen andere die Entscheidung irgendwann abnehmen.
Wir können aber nicht bis irgendwann warten, denn bis dahin müssen wir fürchten, dass wir unsere Schwimmschulen bereits endgültig schließen mussten.

Daher bin ich der Meinung, dass wir nun dringend unsere Sorgen so deutlich artikulieren müssen, dass wir bei den wirklichen Entscheidern Beachtung finden. Mit Artigkeiten kommen wir offensichtlich nicht weiter. Jetzt müssen wir kämpfen !!! Nutzen wir unser gemeinsames Interesse am Fortbestand unserer Schwimmschulen in Verbindung mit unserer hoffentlich noch nicht erlahmten Phantasie und denken uns Aktionen aus, die in geeigneter Weise auf unsere Notlage aufmerksam machen. Ich habe keine Angst vor Auseinandersetzungen, wenn sie einem guten Zweck dienen. Kindersicherheit gehört für mich gerade jetzt dazu. Und ich habe Ideen, die man sicherlich noch optimieren kann. Die Erfolgsaussichten zu steigern, sollte unser vordringliches Ziel sein. Ich meine, wir sollten die Chance nutzen, wenn möglich weitere Ideen zu koordinieren und schlagkräftig zu verbinden – sehr gern aus dem gesamten Umfeld der Aquapädagogik. Aber es muss schnell gehen, sonst sitzen wir ebenso schnell im Trockenen.

Deshalb mein Aufruf an alle, die sich hier angesprochen fühlen:
Verbannt bitte ein paar Minuten den Trübsinn aus dem Kopf, denkt über bekannte und gern auch über neue, ungewöhnliche bis spektakuläre Aktionen nach, seit offen für Gedankenblitze. Macht es im Team, in Euren Netzwerken auf gleiche Weise. Wenn dann ein zündender Gedanke auftaucht, haltet ihn fest und pflegt ihn noch ein wenig. Und wenn Ihr den Eindruck habt, er könnte nicht nur Eurer Schwimmschule helfen, teilt mir das Ergebnis bitte mit. Wenn möglich, sollten wir dann schnellstens per Mail und Telefon über eine geeignete Verknüpfung nachdenken. Das sollte noch vor Pfingsten geschehen, damit wir nach den Festtagen aktiv werden können.
In einer Gemeinschaft, die seit ihrer Gründung spöttisch als halbtote Eintagsfliege angesehen wurde, müsste ein solches Projekt gelingen. Ich zähl auf Euch!
Mit freundlichen Grüßen
Uwe Legahn
Mail: autor@aquapaedagogik.org
Tel 0049 172 4525446

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